Geld besser anlegen – Der Unterschied zwischen Risikobereitschaft und Risikowahrnehmung

Bevor du dich für eine Geldanlage entscheidest, solltest du dir darüber Gedanken machen, wieviel Risiko du eingehen möchtest. Wie risikobereit du bist wird in aller Regel von deinem Berater oder der Plattform, die du nutzt, abgefragt. Dabei passiert bei den meisten Befragungen ein entscheidender Fehler, der dazu führen kann, dass du mit deiner Geldanlage nicht glücklich wirst. Worin dieser Fehler besteht und wie du dein Risiko optimal ermittelst, erfährst du in diesem Artikel.

Ausgangspunkt

Die meisten Risikoprofile sind rudimentär aufgebaut und beruhen auf dem Prinzip, dass du dich anhand von zwei Sätzen auf einer Skala von A bis E oder 1 bis 5 einordnen sollst. Andere, komplexere Profile fragen dich – anhand der konkreten Kapitalmarktsituation – wie tolerant du bezüglich möglicher Verluste bist. Beide Formen der Risikoprofilierung zielen auf deine Risikowahrnehmung ab und nicht auf deine Risikobereitschaft. Um diese beiden verwandten Begriffe sinnvoll unterscheiden zu können, müssen wir uns tiefergehend mit zentralen Aspekten der Finanzpsychologie auseinandersetzen.

Finanzpyschologie

Abbildung 1: Die 4 Faktoren der Risikoprofilierung

Die Risikoprofilierung sollte aus 4 Faktoren bestehen. Es wird dabei zwischen finanzpsychologischen und finanzmathematischen Dimensionen unterschieden. Die in Abbildung 1 blau markierten finanzmathematischen Dimensionen sind rational zu ermittelnde Werte. Die Risikokapazität bestimmt die Höhe des Vermögens, welches du riskieren kannst, ohne die für dich notwendige Liquidität zu gefährden. Der Risikobedarf bestimmt die Höhe des Risikos, das du eingehen müsstest, damit du das selbst gesteckte Ziel erreichst. Die Risikobereitschaft und die Risikowahrnehmung – hier grün markiert – fragen die psychologische Seite des Risikos ab. Wenn ein Risikoprofil die Risikowahrnehmung abfragt, bewertest du finanzielle Risiken zum Beispiel anhand von Marktschwankungen, Krisen oder schlechten Nachrichten aus dem Umfeld. Im Gegensatz dazu fragt die Risikobereitschaft deinen Willen ab, Verluste in Kauf zu nehmen, um ein eventuelles positives Resultat – also Gewinn – zu erzielen. Die folgende Beobachtung macht diesen Aspekt essentiell für eine zufriedenstellende Geldanlage:

Risikobereitschaft vs. Risikowahrnehmung

Abbildung 2: Risikobereitschaft im Verhältnis zum Verlauf des MSCI World

Eine wissenschaftliche Studie von finametrica zeigt, dass – wie in Abbildung 2 dargestellt  – die Risikobereitschaft ein relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal ist. Die Risikowahrnehmung aber unterliegt aufgrund wechselnder Marktlagen starken Schwankungen. Die Wahrscheinlichkeit einer gesteigerten individuellen Risikowahrnehmung war beispielsweise in der Finanzkrise 2008 vermutlich höher als heute – dank aktueller Höchststände des DAX. Diesen Umstand solltest du vor einer Geldanlage unbedingt beachten. Damit schließt du eine nur temporär sinnvoll erscheinende Entscheidungsfindung – die auf einem zeitlich unbeständigen Merkmal basieren würde – aus und vermeidest eine spätere Unzufriedenheit mit deiner Anlageentscheidung.

Lösung

Die bessere Anlageentscheidung für deine Geldanlage triffst du mit einer Risikoprofilierung, die alle 4 Faktoren abfragt und dabei besonderen Fokus auf die Risikobereitschaft legt. Deshalb arbeiten wir mit finametrica zusammen. Mit finametrica wirst du einen ganz neuen Blick auf das Thema Risiko gewinnen und die Möglichkeit haben, zielgerichtet deine Geldanlage selbst zu bestimmen, indem du genau weißt, wieviel Risiko du für wieviel Rendite eingehen musst. Wenn du dir jetzt ein Risikoprofil erstellen möchtest, kannst du einfach dem Link folgen. Zusätzliche Informationen zum Risikoprofil findest du auch auf unserer Webseite.

Von |2019-01-12T11:25:01+00:006. September 2018|Geldanlage|

Geschrieben von

Ingo
Experte für Geldanlagen & Finanzplanung

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