Geldanlage für Kinder: Clevere Tipps fürs Sparen

Geldanlage für Kinder – Clevere Tipps fürs Sparen

Sparen für das eigene Kind, damit dieses später ein finanzielles Polster für Schule, Ausbildung, Beruf, Karriere oder ein eigenes Auto hat. Doch worauf solltest du dabei achten? Welche Sparvariante eignet sich am ehesten für dich? Und wie kannst du dabei noch Steuern sparen? Wir klären die wichtigsten Fragen für dich und geben dir wertvolle Tipps:

Geldanlage für Kinder: 4 grundsätzliche Tipps

  • Früh anfangen lohnt sich! Schneller als du denken kannst kommt der Nachwuchs in den Kindergarten oder in die Schule und bald studiert er auch schon. Die Zeit vergeht wie im Nu. Je früher du mit dem Sparen beginnst, desto mehr nutzt du den Zinseszinseffekt Zudem senkst du die Risiken und erhöhst die Renditechancen. Um dir ein Gefühl dafür zu geben, welchen Effekt frühes sparen haben kann, haben wir dir in Abbildung 1 eine Beispielrechnung erstellt.
  • Spare regelmäßig! Durch monatliches und dauerhaftes Ansparen machst du dir einen zweiten Effekt zu nutze: Den Cost-Average-Effekt (Abbildung 2). Durch regelmäßiges Sparen kaufst du zu verschiedenen Zeitpunkten – guten aber auch schlechten – ein. Dadurch verringert sich dein Risiko, dass ein einzelner Crash – wie z.B. die Finanzkrise – die Anlage deines Kindes beeinflusst. Ob du beim Sparen für dein Kind auf den nächsten Crash warten solltest, erfährst du hier.
  • Flexibilität ist wichtig! Lebenssituationen können sich – gerade bei Kindern – oft schneller ändern als du denkst. Deshalb solltest du darauf achten, dass die Geldanlage für die Kinder schnell verfügbar ist.
  • Mündelsicher sparen auf separaten Kinderkonten! Die Geldanlage von Kindern genießt einen expliziten Schutz durch den Gesetzgeber. Zusätzlich können du und das Kind durch das getrennte Konto steuern sparen.

Abbildung 1: 100€ Kindersparplan, 18 Jahre Laufzeit, verschiedene Zinssätze

Abbildung 2: Beispielhafte Darstellung des Cost-Average-Effekts

Welche Geldanlagemöglichkeiten werden häufig genutzt?

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Geld für die Kinder zu sparen. Welche Geldanlagen dabei für welche Anlagedauer zu empfehlen ist, kannst du Abbildung 3 entnehmen.

AnlageproduktKurzfristigMittelfristigLangfristig
ETFungeeignetgeeignetgeeignet
Versicherungungeeignetungeeignetgeeignet
Bausparvertragungeeignetungeeignetungeeignet
Tagesgeldkontogeeignetungeeignetungeeignet
Sparbuchgeeignetungeeignetungeeignet

Welche Geldanlagen sind für Kinder zu empfehlen?

Sparziele

Bevor du dir darüber Gedanken machst, welche Geldanlage du für dein Kind wählst, empfehlen wir dir die Sparziele für deine Geldanlage zu bestimmen. Dazu solltest du dir darüber im Klaren sein, für welchen Zweck du das Geld anlegst – also z.B. um Rücklagen für den Kindergarten zu schaffen (kurzfristig) oder dem Nachwuchs ein Studium zu finanzieren (langfristig). Mit Hilfe von konkreten Zielen und unserer Tabelle bist du nun in der Lage die Anlagemöglichkeiten einzugrenzen. Daraufhin muss abgewägt werden, welche Geldanlage für welchen Anlagehorizont Sinn macht.

Mittel-/Langfristige Geldanlagen

ETF-Sparen

ETF steht für Exchange Traded Fund und bezeichnet einen börsengehandelten Fonds. Bei einem ETF werden nicht – wie in einem klassischen Fonds – einzelne Aktien ausgewählter Unternehmen in einen Fonds zusammengefasst, sondern gleich ein ganzer Aktienindex 1:1 nachgebildet. So erhält ein DAX-ETF alle 30 DAX Unternehmen, wohingegen ein klassischer, aktiv gemanagter Fonds z.B. auch nur 10 Unternehmen enthalten kann. Einen ETF kannst du direkt über ein Depot kaufen oder über einen ETF-Sparplan gleich in mehrere ETFs gleichzeitig investieren. Die Vorteile des ETF-Sparens sind zum einen die geringen Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Fonds, sowie dass in der Regel keine Ausgabeaufschläge anfallen. Zum anderen hast du eine hohe Planbarkeit bei ETF, da der Fonds nahezu exakt die Rendite des Marktes abbildet. Bei der Planung deiner Ziele musst du also keine Angst haben durch Fehlentscheidungen im Fondsmanagement unerwartete Verluste zu erleiden.

Unser Tipp:

Definiere dein Anlageziel. Erkundige dich über die Schwankungen bei ETF (z.B. Maximum Drawdown). Je nachdem wieviel Risiko du eingehen möchtest, kannst du bereits ab einer Anlagedauer von 3 Jahren mit dem ETF-Sparen beginnen (20% Aktien-ETF & 80% Anleihen-ETF mit kurzer Laufzeit). Für jedes zusätzliche Anlagejahr kannst du 10% mehr Aktienquote wählen. Nach dem zehnten Anlagejahr kannst du also 100% Aktienquote wählen. Ein praktisches Beispiel: Bei der Geburt deines Kindes legst du dein Geld mit dem Ziel an, es deinem Nachwuchs mit dem 18. Geburtstag zu übergeben. Du solltest mit 100% Aktienquote beginnen und das Risiko mit dem Näherrücken des 18. Geburtstags mittels der Reduzierung der Aktienquote auf beispielsweise 40%, verringern. Hier findest du mehr zum ETF-Sparen.

(Ausbildungs-)Versicherung

Bei einer Ausbildungsversicherung handelt es sich in der Regel um nichts anderes als um eine klassische Lebensversicherung oder eine fondsgebundene Rentenversicherung – wobei letzteres heutzutage häufiger angeboten wird. Geschickt verpackt und unter dem Deckmantel toll klingender Namen wie z.B. Biene Maja-, Kinder-, Junior- oder Ausbildungspolice wird suggeriert, dass es sich um spezielle Produkte für Kinder handelt. Zum Teil mag das auch stimmen – aber die Leistung lässt meist eher zu wünschen übrig. Vermittler verkaufen Sparversicherungen für Kinder vor allem mit dem Argument, dass man dem Nachwuchs jetzt schon einen Vertrag mit günstigen Bedingungen für die Altersvorsorge sichert, aber jeder Zeit die Flexibilität besteht an das Geld heranzukommen. Wenn der Sprössling dann seinen Vertrag bis zu seinem 62. Lebensjahr durchhält, hat er sogar Steuervorteile (Halbeinkünfteverfahren statt Abgeltungssteuer). Dabei werden aber hohe Abschlussprovisionen und dynamische laufende Kosten oft nicht erwähnt. Genau diese Kosten sind aber der Renditekiller!

Unser Tipp:

Eine Ausbildungsversicherung lohnt sich in fast keinem Fall! Weder für das Sparen bis zum 18. Geburtstag, noch für die Altersvorsorge. Wenn du körperliche Risiken abdecken möchtest, solltest du das lieber über getrennte Unfall- oder Schulunfähigkeitsversicherungen tun, die sich später in eine vollwertige Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln lassen.

ETF vs. Versicherung

Szenario 1: Kind geb. 01.05.2017, Sparen bis  zum 18. Lebensjahr, 100€ pro Monat, 6% Rendite, Laufzeit bis 67J, Entnahme mit 18. Lebensjahr, Steuerfreibetrag 9.837€

 
Ausbildungsversicherung
ETF-Sparen
Abschlusskosten
1820€
0€
Fondskosten (TER)
Ø 1,5%
Ø 0,5%
Versichererkosten
0,2%
0%
Transaktionskosten
0%
0,2%
Fixkosten/Depotgebühren
63€
40€
Ergebnis
27.142€
32.039€
Effektivrendite
3,02%
5,07%

Die ausführliche Betrachtung findest du hier.

Szenario 2: Kind geb. 01.05.2017, Sparen bis zum 67. Lebensjahr, 100€ pro Monat, 6% Rendite, Laufzeit bis 67J, Entnahme mit 67. Lebensjahr, Steuerfreibetrag 801€, 30% Steuersatz

 
Ausbildungsversicherung
ETF-Sparen
Abschlusskosten
1820€
0€
Fondskosten (TER)
Ø 1,5%
Ø 0,5%
Versichererkosten
0,2%
0%
Transaktionskosten
0%
0,2%
Fixkosten/Depotgebühren
63€
40€
Ergebnis
327.668€
3501.798€
Effektivrendite
3,68%
4,64%

Die ausführliche Betrachtung findest du hier.

Bausparvertrag

Wie der Name schon sagt ist der Bausparvertrag ein Vertrag, der dem Sparen fürs Bauen dient. Weißt du jetzt schon, ob dein Kind mit 18 bauen will? Wahrscheinlich eher nicht! Bei einem Bausparvertrag legst du eine Bausparsumme fest. Zu Beginn zahlst du 1% der Bausparsumme an die Bausparkasse. Beispielsweise musst du 50% davon mit einem aktuell sehr geringen Zins von 0,1-0,3% ansparen und erhältst dann – wenn dein Vertrag zuteilungsreif ist – einen vermeintlich günstigen Kredit. Nutzt du deinen Vertrag allerdings nur zum Sparen ohne wirklich konkret das Darlehen in Anspruch nehmen zu wollen, sollte er wohl eher “Niedrigzins-Sparvertrag” heißen.

Unser Tipp:

Finger weg von Bausparverträgen, wenn du Geld für dein Kind sparen willst. Die Abschlusskosten von 1% gepaart mit den mickrigen Zinsen lassen das Geld nach Inflation sogar schrumpfen!

Kurzfristige Geldanlagen

Tagesgeldkonto

Für kurzfristige Geldanlagen zwischen 0 – 3 Jahren eignet sich am besten ein Tagesgeldkonto. Zwar erhältst du aktuell bei guten Tagesgeldkonten nicht mehr als 0,5% Zinsen, dafür kannst du aber nahezu täglich auf dein Geld zugreifen und bis zu 100.000€ fallen unter die Einlagensicherung.

Unser Tipp:

Sobald du größere Summen angespart hast, solltest du einen Teilbetrag je nachdem, welche Ziele du mit der Geldanlage verfolgst ­ in eine besser verzinste Anlage wie z.B. ETF investieren. Für ein Tagesgeldkonto können wir dir aktuell moneyou empfehlen*.

Festgeldkonto

Als Alternative zum Tagesgeldkonto bietet sich das Festgeldkonto an. Bei einem Festgeldkonto legst du das Geld, wie der Name schon sagt, länger fest. Für die längere Anlagedauer erhältst du einen höheren Zins auf Kosten einer eingeschränkten Verfügbarkeit. Bei inländischen Anbietern erhältst du aktuell einen Zins von 0,6 – 1%, wenn du das Geld 3 Jahre lang anlegst.

Unser Tipp:

Aufgrund der nur geringfügig höheren Zinsen im Vergleich zum Tagesgeldkonto und der eingeschränkten Verfügbarkeit, solltest du das Tagesgeldkonto vorziehen. Sobald du über mehr als 3 Jahre Geld anlegen möchtest, ist ein ETF-Investment mit einer geringen Aktienquote effektiver.

Sparbuch

Sparen mit einem Buch. Buchführung wie im Mittelalter. In Zeiten von Hochzinsen hatte das Sparbuch seine Berechtigung. Heutzutage dagegen bietet es geringe bis gar keine Zinsen und bis du das Geld vom Sparbuch wirklich hast, kann es schon mal ein paar Tage oder sogar Wochen dauern.

Unser Tipp:

Das Sparbuch gehört ins Museum. Definitiv die Finger davon lassen und am besten auch noch die Großeltern davon überzeugen, dass Nachkriegssparen im 21. Jahrhundert besser geht.

Steuern sparen

Kinder

Bei Kinderkonten kann ein eigener Freistellungsauftrag genutzt werden. Die Steuerlast einer Familie lässt sich auf diese Weise ganz legal verringern. Bei der Einkommensteuer stehen jedem Kind Freibeträge zu. Voraussetzung ist, dass die Konten, Sparbücher oder Depots auf den Namen der Kinder geführt werden. Zusätzlich kann man eine sogenannte “Nichtveranlagungsbescheinigung” einreichen und muss somit keine Steuererklärung für das Kind einreichen. Gibst du diese Information an deine zuständige Bank weiter, führt diese dementsprechend keine Abgeltungssteuer an das Finanzamt ab. In der Summe bedeutet das für den Junior:

Art des Freibetrags
Höhe
Grundfreibetrag
9.000€
Sparer-Pauschbetrag
801€
Sonderausgaben-Pauschale
36€
Summe
9.837

Eltern

Nutzt du die steuerfreie Summe deines Kindes nicht voll aus, besteht die Möglichkeit, selbst Geld auf das Kinderdepot zu investieren. ABER: Der Vermögensübergang muss für das Finanzamt glaubwürdig sein. Ansonsten rechnet das Finanzamt das Guthaben den Eltern an.

Hinweis: Unsere Tipps stellen keine Steuerberatung dar.

Konto eröffnen

Kind als Inhaber

Die Inhaberschaft bei Kinderkonten sollte zur Sicherheit auf den Namen des Kindes lauten. Für die nur beschränkt geschäftsfähigen Kinder haben die Sorgerechtsbeauftragten einiges bei einer Kontoeröffnung zu beachten. Die Banken müssen sichergehen, dass alle Erziehungsberechtigten mit der Eröffnung des Tagesgeldkontos einverstanden sind. Bei der Beantragung ist eine separate Erklärung der Erziehungsberechtigten auszufüllen. Diese müssen anschließend über das Postident-Verfahren Identität und Elternschaft durch Vorlage einer Kopie der Geburtsurkunde legitimieren.

Gemeinsames Sorgerecht

Beide Elternteile müssen das Postident-Verfahren durchführen und sich mit Personalausweisen oder Reisepässen legitimieren.

Onlinebanken verlangen eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde. Die Beglaubigung kann in Schulen oder beim Einwohnermeldeamt erfolgen. Auch das Einschicken der Originalurkunde ist möglich – aber nicht zu empfehlen. Ab Vollendung des 16. Lebensjahres legitimiert sich der Minderjährige zusätzlich selbst durch Postident.

Alleiniges Sorgerecht

Im Falle des alleinigen Sorgerechtes ist auch dieses der Bank nachzuweisen. Dann genügt nur eine Unterschrift auf dem Eröffnungsantrag und nur eine Person muss sich legitimieren. Der Nachweis erfolgt mit einer Negativbescheinigung bzw. dem Sorgerechtsbeschluss.

Verheiratet aber unterschiedlicher Familienname

Verheiratete Paare mit abweichenden Familiennamen sollten eine Kopie der Heiratsurkunde den Antragsunterlagen für das Tagesgeldkonto beilegen.

Vollmachten der Eltern

Die gesetzlichen Vertreter bevollmächtigen sich gegenseitig, den Minderjährigen im Geschäftsverkehr mit der Bank jeweils allein zu vertreten. Diese Vollmacht kann jederzeit von einem der gesetzlichen Vertreter widerrufen werden. Dann ist für alle Verfügungen und Bankvorgänge die Unterschrift beider Erziehungsberechtigter notwendig.

Fazit

Für kurzfristige Geldanlagen empfehlen wir dir ein Tagesgeldkonto. Wenn du das Geld länger und mit besseren Zinsen anlegen möchtest, bietet eine ETF-Anlage bzw. ein ETF-Sparplan die beste Lösung.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie du eine Geldanlage für dein Kind einrichtest, kannst du gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

*Die hier erwähnten Empfehlungen ersetzen keine Anlageberatung. Wir verfolgen bei den konkreten Empfehlungen keine eigenen Interessen und erhalten dementsprechend auch keine Vergütung seitens der Produktgeber.

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Von |2018-11-08T08:37:31+00:0011. Mai 2018|ETF, Geldanlage|

Geschrieben von

Ingo
Experte für Geldanlagen & Finanzplanung

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