Riester Rente, Rürup Rente & Co. Auf diese Kosten solltest du bei Versicherungen UNBEDINGT achten!

Du denkst darüber nach, eine Versicherung für deine Altersvorsorge abzuschließen? Egal ob Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge oder eine private Rentenversicherung. Fünf Kostenfaktoren können die Ablaufleistung deines Vertrages enorm beeinflussen. Welche das sind, erfährst du hier!

Der folgende Fakt gehört leider zum Alltag der Altersvorsorger in Deutschland: Ein nicht zu unterschätzender Teil der gezahlten Beiträge wird nicht angelegt, sondern für die Versicherung aufgewandt. Viele wissen nicht um diesen Umstand und bemerken es erst, wenn sie den Jahresauszug ihrer Versicherung erhalten und feststellen, dass er weniger Guthaben ausweist, als man eingezahlt hat. Doch um welche Kosten handelt es sich hier?

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Alpha-Kosten oder auch Abschlusskosten

Abschlusskosten sind die Provision, die ein Vermittler oder eine Bank für den Abschluss eines Vertrags enthält. Dabei ist es gleichgültig, ob der Berater selbstständig oder angestellt ist. Die Verträge enthalten in beiden Fällen Abschlussprovisionen, es sei denn man schließt über einen Honorarberater einen sogenannten Nettovertrag – also einen provisionsfreien Vertrag – ab. Hier unser erster wichtiger Hinweis:

Achtung

Keine Versicherung wird kostenfrei vermittelt. Es gibt weder eine kostenlose Beratung noch einen kostenlosen Check. Wenn du einen neuen Vertrag abschließt, erhält der Berater eine Provision. Sein Interesse, dich zu einem neuen Abschluss zu bewegen, ist demzufolge recht hoch – gleichgültig, ob du bereits andere Verträge abgeschlossen hast oder nicht.

Doch kehren wir zurück zu den Abschlusskosten. Die Höhe der Abschlusskosten variiert von Versicherer zu Versicherer, orientiert sich aber stets an der Beitragssumme. Diese enthält die eingezahlten Beiträge über die gesamte Vertragslaufzeit: Bist du 30 Jahre alt und schließt einen Vertrag über 200€ pro Monat ab, beläuft sich die Beitragssumme auf 72.000€. Auf dieser Grundlage wird die Provision berechnet, die meist zwischen 2,5%, und 4% schwankt. Einen Großteil dieser Provision erhält der Vermittler am Anfang der Vertragslaufzeit. Das heißt für dich, dass du in den ersten 5 bis 8 Jahren nicht 200€ ansparst, sondern häufig nur beispielsweise 160€ in deinen Vertrag fließen. Den Rest verwendet der Versicherer zur Bezahlung des Vermittlers. Doch leider sind dies längst nicht alle zu erwartenden Abzüge.

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Beta-Kosten oder auch Beitragskosten

Egal, ob du einmalig Geld in deinen Vertrag einzahlst oder monatlich sparst. Einige Versicherer erheben zusätzlich zu den Abschlusskosten eine prozentuale Gebühr auf die laufenden und einmaligen Beiträge. Diese kann auch bis zu 7,5% pro Jahr betragen. Bei einem Beitrag von 200€ würden hier also Kosten von 180€ pro Jahr entstehen.

Gamma-Kosten oder auch Versichererkosten

Tipp

Heutzutage macht es aus unserer Sicht ausschließlich Sinn, eine fondsgebundene Versicherungsvariante abzuschließen. So partizipierst du an den Entwicklungen der Kapitalmärkte; auf lange Sicht verspricht diese Art der Anlage eine deutlich bessere Verzinsung als die niedrig verzinsten klassischen Varianten.

Bei den Versichererkosten entnimmt die Versicherung einen prozentualen Anteil vom Fondsguthaben, also dem Teil den du in Fonds angelegt hast. Hier sind die Darstellungen leider sehr uneinheitlich. Die Kosten variieren hier zwischen 0% und 0,6% pro Jahr. Doch wie wirken sich die Versichererkosten auf dich aus? Wir nehmen beispielhaft an, du hättest zwei Jahre eingezahlt und – der Einfachheit halber – ansonsten keine Kosten im Vertrag. Würdest du jeden Monat 200€ einzahlen, würde dies nach zwei Jahren 4.800€ ergeben. Davon werden nun zum Beispiel 0,3% abgezogen – also ca. 14€. Diese Summe mag zwar gering erscheinen – aber je länger dein Vertrag läuft, desto größer wird auch das Vermögen. Es ist nicht unrealistisch davon auszugehen, dass du unter diesen Voraussetzungen zum Ende der Laufzeit mehrere hunderttausend Euro in deinem Vertrag hast. Wären es 200.000€, würden 600€ pro Jahr zusätzlich deinem Vertrag entnommen werden.

Delta-Kosten oder auch Fondskosten

Bei einer fondsgebundenen Variante enthält deine Altersvorsorge – wie der Name schon sagt – Fonds. Je nach Gesellschaft unterscheidet sich das Angebot aber stark.

Tipp

Achte darauf, eine Gesellschaft zu wählen, die nicht nur ihre eigenen Fonds anbietet, sondern ein Vielzahl von Fonds im Angebot hat – bestenfalls 10 oder mehr.

Die Fondskosten oder auch „TER“ werden nicht direkt deinem Vertragsguthaben entnommen – die Fondsgesellschaft, also die Personen, die das Geld verwalten, haben die Kosten dafür schon von der Wertentwicklung abgezogen. Dies lässt sich am besten mit einem praktischen Beispiel verdeutlichen: Hat der Fonds für dich sichtbar 10% erwirtschaftet und kostet 1,5% pro Jahr, hat er eigentlich 11,5% gewonnen. Spürbar sind die Kosten für dich jedoch nicht. Allerdings macht es hier einen Unterschied, ob Versicherer ETFs anbieten oder nicht.

Tipp

Wähle stets Anbieter, die auch ETFs anbieten.

In aktiv verwalteten Fonds liegen die Kosten im Schnitt bei 1,5% pro Jahr. Im Gegensatz dazu kosten ETFs nur 0,3%. Eine Diskussion über die Vorteile der beiden Formen würde hier zu weit führen. Wichtig ist jedoch folgendes: Bei aktiv verwalteten Fonds, die im Schnitt 1,5% pro Jahr kosten, enthalten diese Kosten versteckte Provisionen. In der Fachsprache werden diese Kickbacks genannt. Es liegt im Ermessen des Versicherers, ob er diese in deinen Vertrag weiterleitet oder nicht. Wenn er das nicht tut, steigt die Kostenbelastung deines Vertrags. Hierbei können Kickbacks häufig 0,5% pro Jahr oder mehr betragen. Wie bereits erörtert, kannst du die Kosten durch Kickbacks in jedem Fall vermeiden, indem du dich für ETFs entscheidest – denn dort gibt es keine Kickbacks. Bietet ein Versicherer keine ETFs an und regelt nicht, wie die Kickbacks zurückgeführt werden, kann dies sehr hohe Kosten für dich zur folge haben.

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Die Kappa-Kosten oder auch jährliche Fixkosten

Unabhängig von allen anderen Kostenfaktoren nehmen alle Versicherer jährliche Fixkosten aus deinem Vertrag. Auffällig ist hier, dass die Höhe der Fixkosten je nach Beitragshöhe stark variiert. Dies ist zumindest bei Provisionsverträgen der Fall. Hier liegt die Vermutung nahe, dass ein Teil der Abschlussprovision, die einem Vermittler ausgezahlt wird auf die jährlichen Fixkosten umgelegt wird – und auch auf die laufenden Provisionen. Letztere werden ebenfalls in den Fixkosten einkalkuliert. Bei 200€ monatlichem Beitrag schwanken die Fixkosten zwischen 50€ und 250€.

Schlussfolgerung

Für diejenigen, die sich nach unserer Aufstellung die Frage stellen, ob sie als Konsequenz Abstand von der Idee des Versicherungsabschlusses nehmen sollten, sollte die Antwort definitv „Nein“ lauten. Einerseits gibt es weitere Kriterien für den Abschluss einer Versicherung zur Altersvorsorge und andererseits gibt es kostengünstige Alternativen in Form von provisionsfreien Verträgen. Welche Aspekte hier besonders wichtig sind, werden wir an anderer Stelle aufarbeiten. Wenn du aber schon jetzt nähere Informationen zu diesem Thema haben möchtest, kannst du gerne mit uns in Kontakt treten.

Praxisbeispiel: Private Rentenversicherung

Tipp

Wie sich so Kosten konkret auswirken zeigen wir dir am Beispiel der privaten Rentenversicherung mal in diesem Artikel.

Was hältst du von den doch häufig komplexen Kosten in Versicherungsverträgen? Schreibt uns gerne deine Meinung in die Kommentare.

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