Eine erfolgreiche Geldanlage scheitert meist nicht an den Produkten, sondern daran, was vor der Produktauswahl geschieht oder nicht geschieht. In diesem Artikel zeigen wir dir 7 Grundregeln, die du unbedingt beherzigen solltest, bevor du mit der Geldanlage beginnst.

Kenne deine Risikobereitschaft 

Risikoprofile sind meist verpflichtend. Berater, Banken und Digitalanbieter müssen ein Risikoprofil ermitteln. Dies geschieht aber leider oft aus dem falschen Grund: Um dir ein vermeintlich passendes Produkt verkaufen zu können. Grundsätzlich ist ein Risikoprofil sinnvoll ­ egal ob du es dir selbst ermittelst oder mit Hilfe oben genannter Helfer. Es sollte aber richtig gemacht werden. Gängige Risikoprofile ermitteln deine Risikowahrnehmung. Nur verändert sich diese Risikowahrnehmung leider von Zeit zu Zeit. Da wäre es besser, ein Persönlichkeitsmerkmal einzubeziehen, das sich kaum ändert: Die Risikobereitschaft. Sie ist im Gegensatz zur Risikowahrnehmung ein stabiler Faktor. Es macht also Sinn, eine Anlageentscheidung eher hierauf auszurichten. Andernfalls könnte es dir passieren, dass du mit deiner Entscheidung später unzufrieden bist, weil sich deine Risikowahrnehmung geändert hat.

Kostenlos: Risikobereitschaft selbst ermitteln

Bestimme deinen Anlagehorizont

Es ist von immenser Bedeutung, dass du einen zeitlich fest abgesteckten Anlagezeitraum definierst. Dieser sollte nur in Notfällen verändert werden. Denn anhand des Anlagezeitraums definierst du deine Renditechancen und das Risiko – zusammen mit deiner Risikobereitschaft – welches du eingehen willst. Verkürzt oder verlängerst du deine Anlagedauer, kann der gewünschte Anlageerfolg ausbleiben. Als ungefähre Faustformel (unabhängig vom Risikoprofil) gilt:

Pro Jahr Anlagedauer = 10% Aktienquote

Diese Formel garantiert dir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass du zumindest keinen Verlust mit deiner Geldanlage erleiden wirst.

Habe einen Notgroschen von 3-6 Nettomonatsgehältern

Einer der häufigsten Gründe, warum der Anlagehorizont nicht eingehalten wird, ist, dass man vorher auf das Geld zugreifen muss. Deswegen solltest du unbedingt Rücklagen bilden. Diese sollten mindestens 3-6 Nettomonatsgehälter abdecken, damit du kurzfristige Kosten wie Autoreparaturen, neue Haushaltsgeräte oder Reisen bezahlen kannst. Danach solltest du deine Reserven erneut auffüllen und erst wenn das erledigt ist, wieder mehr Geld in deine Geldanlage einzahlen.

Wähle Finanzinstrumente, die eine gute Mischung aus Rendite, Verfügbarkeit & Sicherheit bieten

Die „eierlegende Wollmilchsau“ existiert bei Geldanlagen nicht. Du solltest dich von diesem Gedanken schnell verabschieden. Es gibt nirgendwo 8% Rendite garantiert ohne Risiken. Rendite und Risiko gehen immer miteinander einher. Wo es hohe Renditen gibt, gibt es auch hohe Risiken. Deine Aufgabe ist es, unter den vielen Anlagemöglichkeiten eine zu finden, die Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit in einem vernünftigen Maße vereint. Eine Übersicht der verschiedenen Anlagemöglichkeiten findest du in der nachfolgenden Abbildung.

7 Grundregeln für eine erfolgreiche Geldanlage - Übersicht Anlageinstrumente

Abbildung 1: häufig verwendete Anlageinstrumente

Aus unserer Sicht bieten offene Investmentfonds und hier vor allem Aktien- und Anleihenfonds eine gute Mischung. Die Rendite ist auskömmlich und die breite Streuung durch viele verschiedene Unternehmen/Staaten sowie die Regulierung durch die BaFin geben Sicherheit. Zudem kannst du offene Investmentfonds in aller Regel in spätestens 3 bis 4 Tagen – unter Berücksichtigung der Wertschwankungen – wieder zu Geld machen.

Achte auf die Kosten

Finanzprodukte sind nie kostenlos ­ egal wo du sie kaufst und ob mit oder ohne Hilfe. Grundsätzlich bieten sich ETFs als kostengünstige Variante bei offenen Investmentfonds an. Hier gibt es in der Regel auch keine Provision für den Vermittler, auch Ausgabeaufschläge genannt. Wenn du dich selbst darum kümmerst, sollte eine gute Geldanlage nicht mehr als 0,5% pro Jahr Kosten. Nimmst du Hilfe in Anspruch, solltest du nicht mehr als 1,5% jnklusive aller Kosten bezahlen. Bei den Depotbanken greifst du am besten auf Onlinebroker wie comdirect, Onvista oder Consors zurück, da hier keine Depotgebühren verlangt werden und sich die Kosten für den Erwerb der ETFs in Grenzen halten.

Mach dir einen Plan und halte ihn durch

Nimm dir einen Zettel, dein iPad oder ein Schreibprogramm zur Hand und mache dir einen Plan. Der Plan sollte die vorher genannten Punkte beinhalten. Sprich:

  • Wie hoch ist dein Risikoscore?
  • Wie hoch soll dein Risiko maximal sein (Maximum Drawdown)?
  • Wie lang möchtest du das Geld anlegen?
  • Hast du einen Notgroschen?
  • Hast du die richtigen Finanzprodukte gewählt (Mischung aus Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit)?
  • Hast du kostengünstige Finanzprodukte ohne (hohe) Abschlussprovisionen und laufende Kosten über 1,5% pro Jahr gewählt?

Diesen Plan solltest du gut verwahren und wieder darauf zurückgreifen, wenn du an deiner Geldanlage zweifelst. Wenn du zusätzlich dazu unsere 4 Tipps für den langfristigen Anlageerfolg berücksichtigst, steht einer erfolgreichen Geldanlage nichts mehr im Wege.

Hol dir eine unabhängige Expertenmeinung bei zum Beispiel dem Verbraucherschutz oder Honorarberatern, wenn du unsicher bist

Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Menschen nochmal einen Expertenrat haben wollen bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Doch achte bitte darauf, dass der Rat von jemanden kommt, der auch wirklich unabhängig ist und dir nicht doch etwas verkaufen möchte. In diesem Artikel vergleichen wir mal die verschiedenen Arten der Geldanlageberater für dich. Kurzum: am besten du gehst zum Verbraucherschutz oder zum Honorarberater.

jetzt lesen: Finanzberatervergleich – wer ist wirklich unabhängig?

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