Keine Frage: Aktienanleger reagieren nervös auf die steigenden Fälle von Corona-Infektionen, die daraufhin vermehrten Ladenschließungen von Apple verstärken dies nur und dann gibt es da noch die trüben Konjunkturaussichten… Das Abstürzen der Kurse schürt Ängste vor einem erneuten Corona-Crash. Deshalb gehen wir der Sache auf den Grund: Was sind die Pro- und Contra-Argumente, dass es zu einem Corona-Crash 2.0 kommt?

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Was sind die Argumente dafür, dass die Kurse weiter sinken und es zu einem zweiten Corona-Crash kommen könnte?

Pro-Argumente

Steigende Zahlen der Corona-Neuinfizierten in den USA

Die Zahlen der Corona-Neuinfizierten steigen in Amerika. In der Grafik (s. unten) kann man ablesen, wie hoch die aktuellen Fallzahlen in den verschiedenen Bundesstaaten momentan sind [Quelle: John Hopkins University].

Angst vor Corona-Crash 2.0 - Kommt die zweite Welle - Fallzahlen in Amerika nach Bundesstaaten

Langsamere Erholung der Wirtschaft

Die Konsequenz dieser steigenden Zahlen? Zum einen die Furcht, dass es zu vor einer weiteren Welle des Coronavirus kommen könnte. Zum anderen die Angst davor, dass die Wirtschaft sich nicht so schnell erholen wird wie erhofft, wie auch der amerikanische Notenbankchef Jerome Powell zu bedenken gibt.

Unsicherheit bezüglich Wiederwahl Trumps

Ein weiterer Punkt, der dafür sprechen könnte, dass die Kurse nochmal weiter runtergehen, ist die Möglichkeit, dass Donald Trump nicht wiedergewählt wird. Bei einem Regierungswechsel könnte es nämlich erneut strengere Regulierungen bzgl. Bankgeschäften etc. geben.

Es gibt natürlich auch Argumente dagegen, dass es zu einem zweiten Corona-Crash kommen könnte.

Contra-Argumente

Notenbank-/Fiskalpolitik

Was stark dagegen spricht, dass es zu einem zweiten Corona-Crash kommen könnte, ist die Notenbank- und Fiskalpolitik. Es gibt da so einen schönen Spruch, „Never-fight-the-Fed“, der so viel heißt wie „Kämpfe nicht gegen die Notenbanker“. Die Notenbank wirft quasi unbegrenzt Geld ins System rein, wodurch zum Beispiel Unternehmensanleihen von Unternehmen gekauft werden, die eigentlich nahezu pleite sind. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, solche „Zombie-Unternehmen“ zu retten, steht wieder auf einem anderen Blatt Papier.

Aus unserer Sicht greift die Notenbank-Politik. Jetzt könnte man sagen: Die Aktienmärkte dürften aufgrund der wirtschaftlichen Fakten nicht steigen. Aber wie André Kostolany schon gesagt hat: Im Endeffekt ist es so, dass der Hund die Börse ist und das Herrchen die Wirtschaft. Gerade geht das ein wenig voneinander weg, aber wie lange der Hund eine lange Leine bekommt, also wie lange Wirtschaft und Börse sich nicht im Gleichtakt miteinander bewegen, das kann man nicht sagen. Dementsprechend kann es durchaus sein, dass die aktuelle Notenbank- und Fiskalpolitik die Börsen weiter hochhievt, die Wirtschaft aber noch für einen längeren Moment weiter unten bleibt.

Teilweise rückläufige Zahlen

Die steigenden Zahlen in Amerika spiegeln nicht den momentanen Trend in anderen Ländern wie China oder Deutschland wider, in denen die Zahlen der Neu-Infizierten inzwischen rückläufig sind.

Angst vor Corona-Crash 2.0 - Kommt die zweite Welle - Fallzahlen weltweite Karte

Vielerorts macht sich Erleichterung breit, die sich in Lockerungen und ankurbelnder Wirtschaft zeigt. Die Kurse sind dabei in letzter Zeit stark und schnell gestiegen. Manche (institutionelle) Anleger haben nun Sorge etwas zu verpassen und könnten ebenso noch auf den Zug aufspringen wollen. Kurzfristige Korrekturen an den Märkten werden so aktuell zum Kauf genutzt.
Bezüglich weiterer Neu-Infektionen muss man sich nun in Geduld üben und es bleibt einem nichts übrig, als abzuwarten, ob eine zweite Corona-Welle kommt oder nicht.

Wirtschaft erholt sich wieder

Momentan wird häufig diskutiert, ob es eine rasche V-förmige oder eine langsame U-förmige Erholung der Wirtschaft geben wird. In vielen Ländern sind die Gastronomien wieder geöffnet, Konzerte werden gespielt und Messen beginnen wieder, sprich das öffentliche Leben kommt wieder ins Rollen. Wenn man auf einzelne Wirtschaftszweige schaut, sieht man, dass dort Insolvenzen drohen, während andere Bereiche boomen, wie zum Beispiel solche, die in Hinblick auf die Digitalisierung stark aufgestellt sind. Aufgrund der derzeit großen Fortschritte in der Digitalisierung besteht die Möglichkeit, dass komplette Wirtschaftszweige nach und nach abgelöst werden und somit auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wie kannst du mit den aktuellen Entwicklungen umgehen?

Risikoprofil

Hast du für dich ermittelt, mit welchem Risiko du in den Markt gehen möchtest? Wenn du langfristig planst und nicht nur zocken möchtest, dann ist es wichtig zu wissen, welche finanzpsychologische Risikobereitschaft du hast, um herauszufinden, wie viel Verlust du aushältst. In diesem Video wird dies noch einmal genauer erläutert und unter diesem Link kannst du kostenlos dein Risikoprofil ermitteln.

Wie jetzt Geld anlegen?

Falls du jetzt Geld anlegen möchtest, muss die Frage geklärt werden, ob du dies einmalig investieren oder die Summe auf verschiedene Zeiträume aufteilen möchtest. In diesem Video gehen wir auf diese zwei Möglichkeiten im Detail ein und du erfährst, was der Cost-Average-Effekt ist und was er mit dieser Thematik zu tun hat.

Gewinne jetzt mitnehmen?

Vielleicht hast du bereits angefangen, dein Geld anzulegen und nun fragst du dich, ob du die bisherigen Gewinne mitnehmen solltest. Falls dies der Fall sein sollte, schau dir gerne dieses Video an.

Grundsätzlich gilt: Schwankungen sind ganz normal, also versuch so weit es geht entspannt zu bleiben.

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Fazit

Wirtschaft und Börse müssen sich nicht immer gleich entwickeln, wenn die Notenbank-/Fiskalpolitik stark stimulierend wirkt. Zudem sind viele institutionelle Anleger noch nicht dabei. Sobald diese wieder einsteigen, kann das zu zusätzlichen Anstiegen führen. Rückschläge, zum Beispiel durch eine zweite Corona-Welle, sind aber nicht auszuschließen. Nichtsdestotrotz überwiegt aus unserer Sicht allerdings die Wirksamkeit der Notenbank-/Fiskalpolitik.

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