Wie baue ich mein eigenes ETF-Portfolio auf? Schnell, einfach und renditestark sollte es sein. Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen und geben dir wertvolle Tipps rund um die Geldanlage in ETFs.

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Risikoprofil für ETF-Depot ermitteln

Wenn du schon den ein oder anderen Artikel von uns gelesen hast, wird dir das bekannt vorkommen. Bevor du mit der Geldanlage startest, solltest du unbedingt dein Risikoprofil ermitteln. Dazu solltest du eine Methode wählen, die verlässliche und stabile Persönlichkeitsmerkmale misst. Unter dem folgenden Link findest du einen solchen Test. In dem dazugehörigen Artikel haben wir uns schon eingehend mit dem Thema Risikoprofil und den unterschiedlichen Faktoren hierbei beschäftigt.

Doch warum ist das Risikoprofil so wichtig? Ohne ein Verständnis dafür, wie du mit Risiko umgehst und wie risikobereit du bist, wird deine Geldanlage nur in den wenigsten Fällen erfolgreich sein. Dein Unterfangen gleicht dann eher einem Sprung ins kalte Wasser, ohne dass du weißt, was unter der Wasseroberfläche lauert. Mit einem sinnvollen Risikoprofil erhältst du aber eine gute Einsicht unter die Oberfläche. Du kannst damit aus Geldanlagesicht Risiko und Rendite auf Basis historischer Werte und deiner eigenen Antworten sehr konkret abschätzen.

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Anlagezeitraum für ETF Geldanlage definieren 

Hältst du es für notwendig, die Länge der Strecke zu kennen, wenn du zum ersten Mal einen Marathon laufen möchtest? Dann solltest du auch für deine Geldanlage diese „Streckenlänge“ definieren. Denn nur so kannst du dich passend vorbereiten – also die richtigen Anlageinstrumente aussuchen und eine Strategie wählen, die deine Erwartungen erfüllt.

10 TIPPS für dein DO IT YOURSELF ETF Depot - Marathon

ETF-Anlageklassen auswählen

Bleiben wir mal bei der Lauf-Metapher. Wenn du die Streckenlänge kennst und vorher in Form des Risikoprofils einen Medizincheck gemacht hast, geht es nun darum, das richtige Schuhwerk zu finden. Dabei kümmern wir uns an dieser Stelle noch gar nicht um die Marke oder das Preis-/Leistungsverhältnis, sondern darum, zu definieren, was der Schuh individuell für dich können soll. Wenn du – so wie ich – gerne schnell ans Ziel kommst, es aber trotzdem bequem sein soll, bietet sich eine Mischung aus Aktien- und Anleihen-ETFs an. Weniger kompliziert, kein großer Schnick-Schnack. Keep it simple and stupid.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen risikoreichen und eher risikolosen Anlageklassen. Aktien-ETFs sind als risikoreich anzusehen. Risikoloser sind Anleihen-ETFs – auch Renten-ETFs genannt ­–, Gold und Tagesgeldkonten. Warum Gold aus unserer Sicht als Basisinvestment wenig Sinn macht, haben wir in diesem Artikel erläutert.

Anleihen ETFs

Damit die Anleihen nahezu risikolos sind, musst du bei der ETF-Auswahl vor allem auf zwei Punkte achten­: die Bonität und die Laufzeit. Die Bonität beschreibt die Finanzstärke und wird meist als Rating in Form von AAA – C ausgedrückt. Alles unter BBB gilt dabei als „Ramsch“. Zudem spielt die durchschnittliche Laufzeit eines Anleihen-ETFs eine eminente Rolle. Je länger die Laufzeit, desto höher das Risiko. Das Risiko wollen wir bei Anleihen so weit es geht ausmerzen. Das kostet zwar Rendite, aber die holen wir uns über die Aktienseite. Die Laufzeit der Anleihen-ETFs sollte im Schnitt nicht höher als 3-5 Jahre sein und die Bonität sollte zum Großteil nicht schlechter als BBB sein. Meistens findest du die Informationen dazu in der sogenannten „Wesentlichen Anlegerinformation“ (kurz: WAI).

Eine Auflistung von – aus unserer Sicht – sinnvollen Anleihen-ETFs findest du in der nachfolgenden Tabelle.

FondsnameISIN
iShares Euro Corporate Bond 1-5yr UCITS ETFIE00B4L60045
iShares Euro Government Bond 3-5yr UCITS ETFIE00B1FZS681
Vanguard USD Corporate 1-3 Year Bond UCITS ETFIE00BDD48R20
Xtrackers II EUR High Yield Corpor. Bd 1-3 Swap UCITS ETF 1DLU1109939865
Xtrackers II iBoxx Euroz. Gov. Bd Yld Plus 1-3 UCITS ETF 1DLU0975334821

Die Auflistung stellt keine Anlageempfehlung dar und wir übernehmen keinerlei Haftung. Du handelst auf deine eigene Verantwortung.

Aktienquote festlegen

Medizintest, check. Streckenlänge, check. Richtige Schuhe, check. Als nächstes solltest du auf Basis der ersten drei Tipps deine „Zielzeit“ festlegen. Wie schnell du dein Ziel erreichst, hängt bei einer Geldanlage maßgeblich von der Aktienquote ab. Je höher die Aktienquote, desto höher die Renditechancen. Doch das Risiko steigt im gleichen Maße. Um die richtige Aktienquote für dich festzulegen, greifst du nun auf das Risikoprofil und den Anlagezeitraum zurück. Warum, erkläre ich dir im Anschluss.

Zunächst nutzt du folgende Faustformel:

Pro Jahr Anlagezeitraum = 10% Aktienquote

Der Grund für die Anwendung dieser Formel ist recht einfach und ergibt sich aus der folgenden Tabelle.

AktienquoteDauer in Jahre bis +- 0
10%1,5
20%2
30%3
40%4
50%4,5
60%5
70%6
80%6,5
90%8,5
100%12,5

Abhängig von der Höhe der Aktienquote wird hier aufgeführt, wie lange es im schlimmsten Fall gedauert hätte, bis deine Geldanlage mindestens wieder ihren Einstiegswert erreicht hätte. Die Daten ergeben sich dabei aus einer Aktien-/Anleihenmischung. Diese bestehen aus europäischen und internationalen Aktienindices und deutschen Staatsanleihen.

Sinnvoll diversifiziertes ETF- Portfolio

Beim Marathon steht nicht nur die Streckenlänge fest, sondern die Strecke ist auch abgesteckt. Jeder weiß genau, welchen Weg er laufen soll. Das Gleiche solltest du auch bei deiner ETF-Geldanlage machen: den Weg abstecken – also festlegen, wie du deine ETF-Geldanlage weltweit streust. Die einfachste Variante ist dabei die Aufteilung auf Basis der Marktkapitalisierung. Wie sich die Unternehmen auf Basis ihrer Größe weltweit aufteilen, siehst du hier:

Karte weltweite Marktkapitalisierung Aktien

Praktisch lässt sich diese Aufteilung am besten über sogenannte „All Country World“-ETFs umsetzen. Hier benötigst du nur einen ETF. Eine gern genommene Alternative wäre ein MSCI World ETF (75-85%) und ein Emerging Markets ETF (15-25%). Worauf du bei der ETF-Auswahl für diese 3 ETFs achten solltest, erfährst du in den nächsten Abschnitten.

Auf die Kosten achten

Für deine Recherche gehst du auf www.justetf.com/de und klickst den Reiter „ETF Suche“ an. Auf der linken Seite kannst du den Punkt „Aktien“ anklicken und nun die Region auswählen. So findest du die All Country World Index-ETFs (oder auch ACWI) und die MSCI World ETFs. Das Gleiche machst du dementsprechend für die Emerging Markets. Nun solltest du als erstes auf die TER (Total Expense Ratio) achten. Diese Kennzahl hilft dir dabei zu sehen, wie hoch die Kosten des ETF sind. Je günstiger, desto besser. Aber bedenke auch: Kosten sind nicht alles!

Haben oder nicht haben

Wenn du eine Aktie kaufst – zum Beispiel von Apple –, dann hast du diese Aktie wirklich im Depot. Bei ETFs muss das nicht der Fall sein. Hier gilt es drei Varianten zu unterscheiden. Physisch (voll replizierend), physisch (optimiertes Sampling) und Swap. Bei einem physisch voll replizierenden ETF enthält der ETF auch wirklich alle Unternehmen, die er angibt zu haben. Der ETF mit physisch optimiertem Sampling beinhaltet nur die wichtigsten oder liquidesten Titel, die in der Regel den größten Einfluss auf die Index-Performance haben. Der Rest wird über Optionen/Derivate gekauft. Das ist günstiger als die Aktie selbst zu kaufen. „Swappende“ ETFs – auch synthetisch replizierende ETFs genannt – halten meist keins der angegebenen Unternehmen wirklich, sondern sichern sich durch „Tauschgeschäfte“ die Rendite des zugrundeliegenden Index. Warum gibt es diese unterschiedlichen Varianten? Ganz klar: um Kosten zu sparen. Aber je weniger Aktien man in Wirklichkeit hält, desto höher ist das Risiko – wenn auch nur geringfügig. Daher wäre unsere Empfehlung in dieser Reihenfolge vorzugehen:

  1. Physisch (voll replizierend)
  2. Physisch (optimiertes Sampling)
  3. Swap

Die richtige Währung 

Im nächsten Schritt solltest du auf die Währung achten, in der der ETF gehandelt wird. Grundsätzlich bietet es sich an, einen Großteil seines Geldes in der jeweiligen Heimatwährung – also bei uns Euro – zu investieren. Damit vermeidest du Wechselkursrisiken. Bestimmte ETFs, wie zum Beispiel diejenigen aus den Emerging Markets, gibt es aber oft nur in US-Dollar. Als Beimischung ist das vollkommen in Ordnung. Zu großen Teilen in US-Dollar zu investieren, würden wir dir nur empfehlen, wenn es deinen gewünschten ETF zum Beispiel sonst nur in „teuer“ und „geswappt“ gibt und eine günstigere physischere Variante in US-Dollar zur Verfügung stünde.

Erträge & Dividenden wiederanlegen

An vorletzter Stelle in deinem Research solltest du darauf achten, was der ETF mit den Ausschüttungen macht. Ausschüttungen können zum Beispiel Dividenden von Unternehmen sein. Hier gilt es zwei Varianten zu unterscheiden: Thesaurierende und ausschüttende ETF. Thesaurierende ETF legen die Ausschüttungen direkt wieder an ohne dass du direkt etwas davon mitbekommst. Dies steigert „lediglich“ den Preis deines ETFs. Ausschüttende ETF, wie der Name schon sagt, schütten die Ausschüttungen direkt auf dein Konto aus. Wenn du langfristig Geld anlegen möchtest und es einfach halten willst, würden wir dir die thesaurierende Variante empfehlen. Ausschüttende ETFs sind dann zu empfehlen, wenn du dir regelmäßig Geld auszahlen möchtest.

Nimmt man alle vorher aufgeführten Faktoren zusammen können wir – aus unserer Sicht – folgende Aktien-ETFs empfehlen

FondsnameISIN
Amundi Index MSCI World SRI UCITS ETF DR (C)LU1861134382
Xtrackers MSCI AC World Index UCITS ETF 1CIE00BGHQ0G80
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) AccumulatingIE00BK5BQT80
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF USD (Acc)IE00BKM4GZ66

Die Auflistung stellt keine Anlageempfehlung dar und wir übernehmen keinerlei Haftung. Du handelst auf deine eigene Verantwortung.

Passende Depotbank wählen

Zu guter Letzt solltest du nach deiner Recherche überprüfen, bei welcher Depotbank du deine ETFs überhaupt handeln kannst. Auch das kannst du ganz einfach bei justETF überprüfen. Hier ein Beispiel dazu:

10 Tipps DIY ETF Depot - günstigste Bank

Aus unserer Sicht können wir zwei Depotbanken empfehlen, die ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten und bei denen du viele ETFs handeln kannst. Das sind die comdirect und die onvista Bank. Hier sind vor allem die FreeBuy-Depots interessant.

Falls trotz unserer Tipps noch Fragen offen sind, du eine Zweitmeinung für einen eigens erarbeiteten Vorschlag brauchst oder du dir doch von Experten helfen lassen möchtest, darfst du gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

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