Rürup Rente – 6 clevere Tipps worauf du achten solltest

Bei Rürup Rente und Riester-Rente scheiden sich die Geister. Die Rürup-Rente erfreut sich gerade bei Selbstständigen und Gutverdienern großer Beliebtheit, denn sie lockt mit großen Steuervorteilen. Aber ist die Rürup Rente (auch Basisrente genannt) für dich tatsächlich ein sinnvoller Weg fürs Alter vorzusorgen? Und wenn ja, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Rürup Rente gekoppelt werden? In diesem Artikel/Video erfährst du, wie die Rürup Rente in ihren Grundzügen funktioniert und wir geben dir 6 Tipps, worauf du achten solltest, bevor du einen solchen Vertrag abschließt.

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Vorwort zur Rürup Rente

Alle privaten Altersvorsorgebemühungen beruhen auf dem sogenannten Kapitaldeckungsverfahren. Das heißt vereinfacht, dass man für sich selbst Kapital anspart, welches einem im Rentenalter ausgezahlt wird. Die späteren Rentenzahlungen sollen durch das Kapital, welches man angehäuft hat, gedeckt werden – daher der Name. Die Rürup Rente gehört zudem zu den Formen der privaten, kapitalgedeckten Altersvorsorge. Man schließt einen privaten Vertrag für sich selbst mit Rürup-Förderung bei einer Bank oder Versicherung ab. Hierdurch baut man bei diesem Unternehmen Vermögen auf und bezieht daraus später eine Rente.

Für das Verständnis der Rürüp Rente muss man sich bewusst machen, dass diese nicht wie unsere umlagenfinanzierte, gesetzliche Rentenversicherung funktioniert. Sie gleicht vielmehr einer eigenen Geldreserve, die man kontinuierlich aufbaut und von der man später zehrt.

Mit diesem Grundverständnis kommen wir nun zu den Tipps.

Rürup Tipp Nr.1: Grundregeln verstehen

Jede Form der Altersvorsorge hat bestimmte gesetzliche Grundregelungen, denen sie unterliegt – so auch die Rürup Rente bzw. Basisrente. Häufig werden diese Regeln von Bänkern, Versicherungsvermittlern und Finanzberatern sehr vorteilhaft dargestellt, da diese ein großes Interesse daran haben, einen Vertrag abzuschließen. Es ist jedoch wichtig sich sowohl der Vor – als auch der Nachteile dieser Bestimmungen bewusst zu sein. Unser Tipp Nr.1 ist daher, dass du dich darum bemühst, die Grundregeln wirklich zu verstehen. Dies ermöglicht es dir, dir eine eigene Meinung zu bilden und nicht blind auf die Aussagen des Beraters vertrauen zu müssen.

Die wesentlichen Grundregeln der Rürup Rente sind folgende:

Rürup Rente und Basisrente - 6 clevere Tipps worauf du achten solltest bevor du abschließt

Steuerförderung

Die Einzahlungen in deine Rürup Rente (max. 24.304€), kannst du aktuell zu 88% steuerlich absetzen, ab 2025 sogar zu 100%. In den Rürup-Vertrag kannst du zudem auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung integrieren, so dass diese ebenfalls steuerlich absetzbar wäre. Sofern du Steuerzahler bist, würdest du also eine nennenswerte Rückzahlung bekommen. Ob das sinnvoll ist, erklären wir dir später.

Insolvenzschutz

Auf die Einzahlungen in den Rürup-Vertrag kannst du vor dem Rentenalter aber definitiv nicht mehr zugreifen, denn der Vertrag ist weder kündbar, noch beleihbar oder verpfändbar. Selbst im Falle von Hartz-IV-Empfang, in dem man eigentlich gezwungen ist, eigene Vermögenswerte bis auf ein Minimum aufzubrauchen bevor man Hartz-IV-Leistungen erhält, darf das Vermögen nicht angetastet werden.

Rentenbeginn

Der früheste Rentenbeginn ist mit Ende 62 J und von da an erhält man eine lebenslange, monatliche Rente. Diese Rente wird besteuert. Ein Kapitalwahlrecht, also einmalige Auszahlung des Vermögens, gibt es nicht.

Vererbarkeit

Dein Rürup-Vermögen ist außerdem nur sehr eingeschränkt vererbbar. Du kannst es nur an deinen Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererben. Dafür musst du eine Hinterbliebenenabsicherung gegen Zusatzkosten anwählen.

Vorteile vs. Nachteile

Einige dieser Grundregeln können sowohl als Vor- oder Nachteile gesehen werden. Beispielsweise könnte jemand, dem Flexibilität sehr wichtig ist, der Meinung sein, dass er frei über sein angespartes Vermögen verfügen will. Ein anderer aber würde vielleicht entgegnen, dass er es für sinnvoll erachtet, dass das Vermögen auch vor seinem eigenen Zugriff geschützt ist. Dadurch kommt man gar nicht erst in die Versuchung, es auszugeben. An dieser Stelle muss jeder seine eigenen Prioritäten kennen. In den allermeisten Fällen werden jedoch unterschiedliche Altersvorsorgeformen miteinander kombiniert, um von verschiedenen Grundregeln zu profitieren. Das Gesamtkonzept aus den unterschiedlichen Bausteinen sollte am Ende für dich stimmig sein. Spätestens an dieser Stelle wird es allerdings komplex. Einen Experten zu Rate zu ziehen, ist daher durchaus empfehlenswert.

jetzt lesen: Altersvorsorge Beratercheck – Wer kann was?

Rürup Tipp Nr.2: Anlagemöglichkeiten vergleichen

Je mehr Vermögen dir bei deiner Rürup Rente zu Rentenbeginn zur Verfügung steht, desto höher ist deine Rente. Somit sollte das Vermögen in der Basisrente nicht einfach auf einem Konto liegen, sondern für dich arbeiten – und das tut es auch. In klassischen Vertragsvarianten legt eine Versicherung dein Geld für dich an und beteiligt dich an den Überschüssen, die daraus entstehen. In fondsgebundenen Varianten kannst du selbst entscheiden, wie du dein Geld im Rürup-Vertrag anlegen willst. Die Entscheidung zwischen der klassischen und der fondsgebundenen Variante ist im Wesentlichen von deinem Risikoprofil abhängig. Aber in den allermeisten Fällen empfehlen wir die fondsgebundenen Varianten zu wählen. Hier sind die Renditechancen insbesondere für junge Menschen deutlich höher. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, welche Fonds bespart werden können und ob diese zu einem passen. Wir sind besonders von ETFs oder ETF-ähnlichen Anlagen überzeugt, die von einigen Rürup Rente Anbietern auch geführt werden. Warum Rendite überhaupt wichtig ist? Hier ein Beispiel:

30jähriger, monatlicher Beitrag zur Rürup-Rente 300€:

Rente mit 67 bei 4% Rendite p.a.: 1019€ / Monat

Rente mit 67 bei 5% Rendite p.a.: 1269€ / Monat

1% mehr Rendite führt in diesem Fall also zu rund 25% mehr Rente.

Rürup Tipp Nr.3: Vertragskosten beachten

Wie du oben sehen kannst, ist die Rendite der gewählten Anlageform bei der Rürup Rente sehr relevant. Leider haben Verträge aber immer auch interne Kosten, die das Wachstum deines Vermögens bremsen. Kostenfreie Verträge gibt es nicht – aber es lohnt sich durchaus mal genau hinzuschauen, wie hoch die Vertragskosten sind. Denn hier gibt es anbieterseitig gravierende Unterschiede. Insbesondere Beraterprovisionen treiben die Vertragskosten in die Höhe. Deshalb solltest du dir über einen Honorarberater unbedingt auch provisionsfreie Angebote einholen. Hier findest du einen Vergleich von einem Rürup-Vertrag mit Provision und einem ohne Provision:

30 jährige Person, Monatlicher Sparbeitrag 300€, angenommene jährliche Wertentwicklung: 4%, Rente mit 67:

Mit Provisionen:      895€

Ohne Provisionen:  1019€

Der Vertrag ohne Provision erzielt also rund 14% mehr lebenslange Rente.

Tipp:

Verwaltungskosten steigen in der Regel mit den monatlichen Beiträgen an. Anstatt die monatlichen Beiträge zu erhöhen, kann man aber auch Zuzahlungen leisten. Diese lösen meist weniger Verwaltungskosten aus. Das wird dir ein Provisionsberater jedoch in aller Regel nicht verraten. Dieser bekommt eine deutlich höhere Provision, wenn du den monatlichen Beitrag erhöhst.

Mehr zu Kosten bei Versicherungen lesen

Rürup Tipp Nr.4: Rentenkonditionen überprüfen

Bei fondsgebundenen Tarifen gibt es einen sogenannten Rentenfaktor, der dafür da ist, dein Rürup-Vermögen in eine lebenslange Rente umzurechnen. Je höher dieser Rentenfaktor ist, desto höher ist deine Rente. Üblicherweise gibt der Rentenfaktor an, wie viel Rente du pro 10.000€ Vertragsvermögen erhältst. Beispiel:

Vertragsvermögen = 400.000€, Rentenfaktor 30€ pro 10.000€ Vertragsvermögen.

= Monatliche Rente: 1200€

Hierbei solltest du darauf achten, dass du einen garantierten Rentenfaktor erhältst und die Gesellschaft diesen nicht durch irgendwelche Vertragsklauseln verändern kann.

Rürup Tipp Nr.5: Anbieter und Vertragsbedingungen unter die Lupe nehmen

Neben den schon genannten Aspekten sollte natürlich der Rürup-Anbieter sorgfältig ausgewählt werden. Schließlich wird dieser deinen Vertrag über lange Zeit verwalten und spätestens in der Rentenphase dein Rürup-Vermögen für dich anlegen – auch in der fondsgebundenen Variante. Sowohl die Geschäftspolitik als auch die finanzielle Lage des Anbieters sollten also betrachtet werden.

Die Vertragsbedingungen sollten im Kleingedruckten außerdem keine „Stolperfallen“ haben. Beispielsweise verändern einige Anbieter ihre Rentenkonditionen, wenn man den Beitrag verändert oder den Rentenbeginn verlegt, was durchaus vorkommen kann. So etwas sollte zu deinen Gunsten geregelt sein.

Rürup Tipp Nr.6: Rürup-Rente mit Berufsunfähigkeitsversicherung?

Zuletzt wollen wir die Frage beantworten, ob es sich lohnt, eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (kurz BUZ) in der Rürup Rente zu integrieren. Wenn du das tust, dann muss der Beitrag, der in den Sparanteil der Rürup Rente fließt, größer sein, als der Beitrag für die BUZ. Beispiel:

Wenn die BUZ 75€ im Monat kostet, dann muss der Beitrag für die Rürup-Rente mindestens 75,01€ im Monat betragen. Der Gesamtbeitrag läge dann also bei rund 150€ / Monat. Dieses Paket wird dann üblicherweise über die daraus resultierende Steuerersparnis verkauft.

Was leider häufig unterschlagen wird, ist, dass du hier in deiner Flexibilität eingeschränkt bist. Bei Zahlungsengpässen müsstest du in unserem Beispiel immer die 150€ weiterzahlen, wenn du deinen BU-Schutz behalten willst. Hättest du Rürup-Rente und BUZ nicht kombiniert, sondern in eine separate Berufsunfähigkeitsversicherung eingezahlt, könntest du die 75€ der Rürup-Rente reduzieren oder beitragsfrei stellen und deinen BU-Schutz voll aufrechterhalten.

Was ebenfalls häufig vergessen wird, ist die Tatsache, dass die Rente, die du im Falle von Berufsunfähigkeit aus einer Rürup-BUZ erhältst, wesentlich höher versteuert werden muss als die BU-Rente aus einer separat abgeschlossenen BUV. Hierzu ein Beispiel:

Berufsunfähigkeit in 2040, ~25 Jahre vor Altersrente:

Separate Berufsunfähigkeitsversicherung:

Brutto (vor Steuern): 2000€ BU-Rente

Netto: ~1.800€ BU-Rente

Rürup-BUZ-Rente

Brutto (vor Steuern): 2000€ BU-Rente

Netto: ~1.500€ BU-Rente

Man müsste also korrekterweise mehr BU-Rente versichern, wenn man die Kombination mit Rürup wählt, um die gleiche Netto-Absicherungshöhe zu haben wie in der separaten BUV. Das würde natürlich den Preis deiner BUZ erhöhen. Ob sich dieser höhere Preis durch die Steuerersparnis im Rürup-Modell rechnet, muss individuell errechnet werden.

Wenn dich die Flexibilitätseinschränkung und der steuerliche Nachteil im Berufsunfähigkeitsfall nicht stört, kann es jedoch sinnvoll sein, die Berufsunfähigkeitsversicherung in deinen Rürup-Vertrag zu integrieren.

Mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung lesen

Fazit

Wenn du die Tipps und Ratschläge beherzigst, kann die Rürup Rente sich für dich lohnen. Falls du aber jetzt noch einige Fragezeichen hast, darfst du dich gerne bei uns melden oder hinterlässt uns hier einen Kommentar.

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